Ausbildungsmarkt NRW Mai 2016

Pressemitteilung von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle
Nr. 18 / 2016 – 31. Mai 2016

Ausbildungsmarkt NRW:
Nur im Münsterland und in Südwestfalen gut

Die Situation am NRW-Ausbildungsmarkt bleibt unbefriedigend. Lediglich im Münsterland und in Südwestfalen gibt es mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. In allen anderen Regionen übersteigt die Zahl der Bewerber die der Ausbildungsplätze. Während die Schulabgänger mit Haupt- und Realschulabschluss zurückgehen, suchen mehr Abiturienten eine adäquate Ausbildungsstelle.

„Lediglich im Münsterland und in Südwestfalen, zwei Regionen mit günstigen Arbeitsmärkten, gibt es mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Dort sorgt sich die Wirtschaft um den Fachkräftenachwuchs und engagiert sich stark“, beschrieb Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, am Dienstag (31.05.2016) in Düsseldorf die aktuelle Situation. „NRW hinkt auf dem Ausbildungsmarkt unverändert hinterher. Während es in den anderen Bundesländern das Angebot an Ausbildungsstellen die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber übersteigt, sieht das nur in NRW und in Berlin schlechter aus.“

„Es ist nachvollziehbar, dass Wirtschaftszweige die im Strukturwandel stark unter Druck stehen, die Kosten der betrieblichen Ausbildung kritisch bewerten“, so Schönefeld weiter. „Dass aber das Ausbildungsangebot in den Ausbildungsbereichen, die bereits heute Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen beklagen, nicht wesentlich erhöht wurde, ist nicht einleuchtend. Man muss sehen, dass die zunehmenden Altersabgänge von Fachkräften in den kommenden Jahren die Situation weiter verschärft.“

Schönefeld appellierte erneut an die Wirtschaft, auch Bewerberinnen und Bewerbern, die erst auf den zweiten Blick passen eine Chance zu geben: „Wer 90 Prozent des Anforderungsprofils abdeckt, hat gute Voraussetzungen, die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren.“ Den Ausbildungsplatzsuchenden rät Schönefeld „über den Tellerrand zu schauen. Was gibt es für Angebote in der Nachbargemeinde, welche Ausbildungsberufe haben ähnliche Anforderungen und Inhalte, wie mein Ausbildungswunsch?“ Der NRW-Ausbildungsmarkt sei zwar zahlenmäßig nicht im Gleichgewicht, es gäbe aber immer noch genügend Chancen, die genutzt werden können, so die Expertin.

Dreiviertel der Bewerber mit Realschul- oder höherem Abschluss
Im Mai erhöhte sich die Gesamtzahl der Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle um 6.208 auf 115.415. Die Summe der den Agenturen für Arbeit gemeldeten Ausbildungsplätze stieg um 4.326 auf 91.070. Landesweit kommen auf 100 Bewerberinnen und Bewerber lediglich 83 Ausbildungsplätze. Das ist nur etwas besser als vor einem Jahr (100 zu 79).

Für 65.273 Bewerberinnen und Bewerber hat sich bis Mai eine Lösung gefunden: 28.026 unterschreiben einen Ausbildungsvertrag, 11.638 gehen weiter zur Schule oder haben eine andere Perspektive, 28.026 haben sich nach Beratung nicht mehr gemeldet.

Ende Mai waren noch 50.142 junge Leute auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, 1.507 weniger als im Mai 2015.

Von den 95.396 gemeldeten Ausbildungsplätzen sind aktuell 42.175 unbesetzt, 527 mehr als vor einem Jahr.

Die schulische Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber verbessert sich weiter. Während die Zahl der Bewerber mit einem Hauptschulabschluss (24.890; -1.439 oder – 5,5 Prozent) und einem Realschulabschluss (46.248; -1.674 oder – 3,5 Prozent) kontinuierlich zurück geht, erhöht sich die Zahl der Abiturienten. 17.347 Bewerber verfügen über die allgemeine Hochschulreife, 803 oder 4,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Knapp Dreiviertel (74,1 Prozent) der Bewerberinnen können einen Realschul- oder höherwertigen Abschluss nachweisen. Mangelnde schulische Qualifikation kann im Großen und Ganzen kein Grund sein, warum kein geeigneter Azubi gefunden werden kann.


Regionale Unterschiede in NRW
Gute Arbeitsmärkte erkennt man nicht nur an niedrigen Arbeitslosenzahlen und lebhafter Nachfrage nach Arbeitskräften, sondern auch an einem großen Angebot an Ausbildungsplätzen. Dabei sind die Oberzentren Düsseldorf, Köln und Münster von je her die Ausbildungsstandorte auch für das Umland.

Die gute Arbeitsmarktverfassung spiegelt sich in NRW auch in den Ausbildungsmärkten Münsterland und Südwestfalen. Dort gibt es bei den insgesamt seit Oktober 2015 gemeldeten Bewerbern und Ausbildungsstellen einen Stellenüberhang. Auf 100 Bewerber kommen im Münsterland 103 Ausbildungsstellen, in Südwestfalen 109. Auch bei den Ende Mai noch unversorgten Bewerbern und den freien Ausbildungsplätzen zeigt sich ein gutes Verhältnis: Für jeweils 100 Bewerber stehen im Münsterland 108, in Südwestfalen 111 noch freie Ausbildungsplätze zur Verfügung.

In Ostwestfalen-Lippe und im Rheinland (jeweils 100 zu 84), im Bergischen Land (100 zu 73) und im Ruhrgebiet (100 zu 69) sind die Chancen ungünstiger.

Detaillierte statistische Daten und Grafiken können Sie hier abrufen."

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