Ausbildungsmarkt NRW - Halbjahresbilanz 2016

Pressemitteilung von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle
Nr. 12 / 2016 – 31. März 2016

Halbjahresbilanz des Ausbildungsmarktes in NRW: Nicht damit zufrieden geben!

Weniger Bewerber, mehr Ausbildungsstellen als vor einem Jahr: Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage am NRW-Ausbildungsmarkt hat sich etwas geschlossen. Aber es reicht nicht. 102.730 Bewerbern stehen 87.229 Ausbildungsplätze gegenüber – NRW weist auf dem deutschen Ausbildungsmarkt die ungünstigste Bilanz aus.

Das Berufsberatungsjahr läuft jeweils von Oktober bis Ende September des Folgejahres. Entsprechend ist im März die Halbzeitbilanz fällig und die bietet in NRW wenig Erfreuliches. Seit dem Oktober 2015 kamen 102.730 Bewerberinnen und Bewerber auf die Agenturen für Arbeit zu, die eine betriebliche Ausbildung antreten wollen, das sind 1.753 oder 1,7 Prozent weniger als im März des vergangenen Jahres. Die NRW-Ausbildungsbetriebe meldeten im gleichen Zeitraum 87.229 freie Ausbildungsplätze, immerhin 3.421 oder 4,1 Prozent mehr.

„Wir dürfen uns mit dieser Halbjahresbilanz nicht zufrieden geben“, sagte Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit: „Die Beratungsfachkräfte werden noch einmal alles daransetzen, das Ausbildungsangebot zu vergrößern. Im Münsterland und in Südwestfalen, zwei gut laufenden Arbeitsmärkten, zeigt sich der Fachkräftebedarf in einem Zuwachs bei den Ausbildungsstellen. Nur in diesen Regionen ist das Ausbildungsangebot größer als die Nachfrage. Besonders kritisch bleibt die Situation im Ruhrgebiet und im Bergischen Land.“

NRW weist von den deutschen Bundesländern die ungünstigste Bilanz aus. Lediglich in den Bundesländern Berlin und NRW übersteigt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen.

Schönefeld wies auf eine statistische Ausweitung der Ausbildungsplätze hin, die auch zur Erhöhung des Ausbildungsangebotes beigetragen haben. Sie umfassen jetzt auch „Abitu-rientenausbildungen“, die neben dem Abschluss eines anerkannten Ausbildungsberufes einen weiteren Abschluss, in der Regel ein Studium, ermöglichen. Ohne diese zusätzlich erfassten Berufsausbildungen hätte der Anstieg der gemeldeten Ausbildungsstellen lediglich bei 1.933 oder +2,3 Prozent gegenüber März 2015 gelegen.

Mehr Bewerber mit höheren Schulabschlüssen

Von den 102.730 Bewerberinnen und Bewerbern gelten 43.973 als versorgt,
- da sie bereits einen Ausbildungsplatz gefunden haben (16.713; -736 gegenüber Vorjahr),
- sich nicht mehr gemeldet haben (16.907; +428),
- oder sich für eine Alternative entscheiden haben (10.353; +651).

58.757 Bewerberinnen und Bewerber suchen weiterhin ihren Ausbildungsplatz (-2.096 oder – 3,4 Prozent).

Von den seit Oktober gemeldeten 87.229 Ausbildungsstellen sind 1.150 außerbetriebliche Ausbildungsstellen, 95 oder 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 51.627 dieser Ausbildungsplätze sind noch nicht besetzt, das sind 408 mehr als im März 2015.

Betrachtet man das gesamte Angebot der Berufsausbildungsstellen und vergleicht es mit allen gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber stehen pro 100 Bewerber 85 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Vergleicht man die im März noch freien Ausbildungsstellen mit den noch suchenden Bewerberinnen und Bewerber kommt man auf ein Verhältnis von 100 zu 88.

Die Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber hat sich weiter erhöht. Während die Zahl der Bewerber mit Hauptschul- und Realschulabschluss demografisch bedingt zurückgeht, steigt die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden mit Hochschulreife weiter an. Letzteres ist auch dadurch bedingt, dass seit diesem Jahr auch Bewerber, die sich ausschließlich für eine „Abiturientenausbildung“ interessieren, erfasst werden.

Der Anteil der Bewerber mit Haupt- und Realschulabschluss sank mit 63.581 Personen im Vergleich zum Vorjahr von 63,3 Prozent auf 61,9 Prozent. Der Anteil der jungen Leute mit Fachhoch- und Hochschulreife erhöhte sich mit 34.077 von 32,6 Prozent auf 34 Prozent.

Regionale Unterschiede in NRW

Bis auf das Bergische Land weisen alle NRW-Regionen zurückgehende Bewerberzahlen aus. Die deutlichsten Bewerberrückgänge zeigen sich in den starken Arbeitsmarktregionen Münsterland (9.355 Bewerber; -7,5 Prozent) und Südwestfalen (8.239; -2,9 Prozent).

Nach dem ersten Halbjahr zeigt sich im Bergischen Land die deutlichste Zunahme der gemeldeten Ausbildungsstellen. Mit 7.384 gemeldeten Ausbildungsplätzen liegt das Ausbildungsangebot um 657 oder 9,8 Prozent höher als vor einem Jahr. Auch in Südwestfalen (9.243 Ausbildungsplätze; +6,5 Prozent), im Rheinland (29.157; +4,7 Prozent) und im Münsterland (10.092; +3,6 Prozent) steht den Bewerbern ein gestiegenes Angebot gegenüber. Im Ruhrgebiet (19.743; +2,0 Prozent) und in Ostwestfalen-Lippe (11.619; +1,4 Pro-zent) fielen die Zuwächse schwächer aus.

Entscheidend ist, ob das Angebot an Ausbildungsstellen die Nachfrage nach beruflicher Ausbildung abdeckt. Mit Blick auf das Land ist das lediglich in den zwei Regionen Südwestfalen und Münsterland der Fall.

Detaillierte statistische Daten und Grafiken können Sie hier abrufen.

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