Ausbildungsmarkt NRW August 2016

Pressemitteilung von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle
Nr. 37 / 2016 – 31. August 2016

Ausbildungsmarkt NRW:
Endspurt: 21.749 Chancen für zukünftige Fachkräfte

Weniger Bewerber, mehr Ausbildungsstellen als vor einem Jahr: Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wird kleiner. Zum Start des Ausbildungsjahres nach den Sommerferien sind noch 21.749 Berufsausbildungsstellen unbesetzt. 23.627 junge Leute suchen noch nach ihrer Chance. Im Münsterland, in Südwestfalen und jetzt auch im Rheinland gibt es derzeit mehr freie Ausbildungsplätze als suchende Bewerber. Da geht noch was. Erstmals werden in der Ausbildungsmarktstatistik auch Bewerberinnen und Bewerber erfasst, die nach ihrer Flucht in NRW leben. 1.971 geflüchtete Menschen bringen aus Sicht der Beratungsfachkräfte die notwendigen Voraussetzungen für eine Berufsausbildung mit, sind also ausbildungsfähig und bewerben sich um einen Ausbildungsplatz.

„Mit dem Ausbildungsstart Anfang September ist die Tür zu einer Berufsausbildung nicht geschlossen. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater sind weiterhin aktiv und arbeiten daran, die noch freien Ausbildungsplätze mit Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen. Hinzu kommt, dass jetzt die Ausbildungsplätze nachbesetzt werden, bei denen die Bewerber abgesprungen sind. Der Ausbildungsmarkt bleibt in Bewegung. Jetzt kommt es darauf an, dass die vorhandenen Chancen genutzt werden“, sagte Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit bei der Vorstellung der Zahlen am Mittwoch (31.08.2016) in Düsseldorf.

Der Trend des NRW-Ausbildungsmarktes bleibt stabil. Nach wie vor ist die Zahl der Bewerber höher als die der gemeldeten Ausbildungsstellen. „Aber die Lücke wird kontinuierlich kleiner. Das liegt an rückläufigen Schulentlassungszahlen, den höherwertigen Schulabschlüssen verbunden mit dem Trend zu akademischen Bildungsgängen und dem steigenden Ausbildungsangebot von Wirtschaft und Verwaltungen“, erläuterte Schönefeld.

„Wir haben in einem vielfältigen Bundesland erhebliche regionale Unterschiede. So übersteigt in Südwestfalen die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen die der Bewerber, im Münsterland ist das Verhältnis ausgeglichen. Kritisch bleibt nach wie vor der Ausbildungsmarkt im Ruhrgebiet: Hier kommen auf 100 Bewerber lediglich 68 Ausbildungsstellen“ so die Expertin weiter.

„Es ist ein Erfolg, dass bis August 1.971 geflüchtete Menschen für eine qualifizierte Berufsausbildung gewonnen wurden. Die Fachkräfte der Berufsberatung haben sie als „ausbildungsfähig“ eingeschätzt, das heißt sie bringen alle Voraussetzungen mit, um eine duale Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. 1.272 junge Ausländerinnen und Ausländer gelten bereits als versorgt, das heißt, sie haben einen Ausbildungsplatz gefunden, beginnen eine Vorbereitungsmaßnahme oder ein Einstiegspraktikum. Sie sind auf einem guten Weg, der zwar länger ist, aber eine tragfähigere Basis darstellt, als der Job einer Hilfskraft.“ Schönefeld bewertet die Entwicklung am NRW-Ausbildungsmarkt insgesamt zurückhaltend: „Es geht nicht um Zahlen und Ergebnisse, sondern um den Fachkräftebedarf der kommenden Jahre und die Beschäftigungsperspektiven der jungen Leute. Auch wenn Bewerber und Ausbildungsplatz sich nicht immer hundertprozentig mit den Vorstellungen decken, kann mit angemessener Kompromissbereitschaft und mit der Unterstützung der Agenturen für Arbeit die Ausbildung erfolgreich sein. Berufsvorbereitende Maßnahmen bereiten die Jugendlichen auf verschiedene Berufsfelder vor, Einstiegpraktika erleichtern das Kennenlernen des Berufs und des zukünftigen Azubis. Ausbildungsbegleitende Hilfen haben sich in vielen Fällen bewährt, wenn Defizite während der Ausbildung aufgearbeitet werden müssen. Das neue Konzept der assistierten Ausbildung ist ein wesentliches Angebot, wenn es darum geht, vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance zu eröffnen. Die Probleme sind bekannt, die Lösungen und Hilfen sollten es auch sein.“

131.526 Bewerberinnen und Bewerber meldeten sich seit Oktober 2015
Von Oktober 2015 bis Ende August 2016 meldeten sich landesweit 131.526 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle. Gegenüber dem Vorjahreszeitraums waren das 2.007 oder 1,5 Prozent weniger. 107.899 oder gut Vierfünftel (82 Prozent) gelten als versorgt, - weil sie einen Ausbildungsplatz gefunden (50.707; - 2,4 Prozent geg. 08.15), - eine Alternative zum 30.09. gewählt (14.831; + 4,2 Prozent) - oder sich nicht mehr gemeldet haben (42.361; - 2,4 Prozent).

Geflüchtete Menschen suchen Ausbildungsplätze
1.971 oder 1,5 Prozent Bewerberinnen und Bewerber insgesamt sind im Zusammenhang mit einer Fluchtmigration nach NRW gekommen. Für 1.272 hat sich bereits eine Lösung gefunden, 699 suchen weiterhin nach ihrer Chance. Dreiviertel (1.516 oder 76,9 Prozent) der Bewerber sind junge Männer. 745 sind jünger als 20 Jahre, 847 zwischen 20 und 24, 379 sind 25 Jahre und älter.

Den 23.627 noch suchenden Jugendlichen standen im August 21.749 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber.

Wirtschaft und Verwaltungen meldeten im gleichen Zeitraum 106.119 Ausbildungsplätze, 2.870 oder 2,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für 21.749 Ausbildungsplätze wurde noch nicht der richtige Azubi gefunden.

Berufe mit großem Angebot freier Ausbildungsplätze
Die besten Chancen für das Ausbildungsjahr 2016/2017 noch einen Ausbildungsplatz zu finden, haben Jugendliche wie bereits im Vormonat im Handel; die Verkäuferin/der Verkäufer führt auch im August die Top 10 der noch unbesetzten Ausbildungsplätze in NRW an, gefolgt vom Kaufmann/-frau im Einzelhandel.

• 2.196 Ausbildungsplätze zur Verkäufer/-in
• 1.272 für Kaufleute im Einzelhandel
• 820 für Fachverkäufer/in – Lebensmittelhandwerk – Bäckerei
• 712 für Kaufleute – Büromanagement
• 711 für Köche und Köchinnen
• 601 für Friseure/innen
• 566 für Handelsfachwirte (Ausbildung)
• 559 für Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r
• 504 Fachkraft- Kurier-/Express-/Postdienstleistung
• 496 für Restaurantfachleute
• und 13.312 andere Ausbildungsberufe.

Es gibt also noch viele Chancen am Ausbildungsmarkt. Flexibilität ist dabei gefragt, sowohl hinsichtlich des Ausbildungsberufes, aber auch bezogen auf die Stadt, in der man eine Ausbildung absolvieren möchte. Die Angebote in den Nachbarstädten sollten daher auch berücksichtigt werden.

Im Münsterland und Südwestfalen sind unverändert mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unversorgte Jugendliche zu verzeichnen. Erstmals hat sich auch das Verhältnis im Rheinland gedreht: hier stehen den 8.106 unversorgten Bewerbern 8.420 offene Berufsausbildungsstellen gegenüber.

Ein Blick in die NRW-Metropolen Köln, Düsseldorf und Bonn lohnt sich für diejenigen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen. Dort gibt es weiterhin mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Erstmals sind auch in Duisburg mehr offene Stellen zu verzeichnen als noch unversorgte Bewerber.

Auch in eher ländlicheren Regionen sind noch zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt. Im Münsterland, in Coesfeld/Borken und Münster gibt es ebenso wie in Siegen oder im Hochsauerlandkreis noch freie Stellen. Auch in Soest in Südwestfalen und Paderborn in Ostwestfalen-Lippe gibt es mehr unbesetzter Ausbildungsplätze als unversorgte Jugendliche.

Eine starke Nachfrage nach Auszubildenden kommt klassischerweise aus dem Handel und der Gastronomie. Hier haben Arbeitgeber Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden. Versorgungsprobleme der Jugendlichen, also die bisher erfolglose Suche nach dem Wunschberuf, bestehen z.B. in den Bereichen der Büroberufe und einigen medizinischen Berufen. Eine kompakte Übersicht bietet hier der Ausbildungsatlas 2016 für NRW, der auf 65 Karten die Situation am Ausbildungsmarkt verdeutlicht.

Detaillierte statistische Daten der Agenturbezirke, Kommunen und NRW-Regionen sowie Grafiken stehen Ihnen hier bis zum 13. September zur Verfügung.
Die monatlichen Datenhefte zur Entwicklung des Ausbildungsmarktes von März bis Juli 2016 in NRW finden Sie hier.
https://www.arbeitsagentur.de/Ausbildungsatlas"

 balve logo

hemer logo iserlohn logo

 menden logo

gwg logo gfw logo

gws logo

arbeitsagentur logo

kh logo Märkischer Arbeitgeberverband
 sihk logo
agenturmark logo

cs logo

bits logo  fh logo ISM Logo zentriert 4c Homepage
Sparkasse Hemer Menden Sparkasse Iserlohn LogoSM WIH Logo 3 Logo IMW  Wislogo 2