Ausbildungsmarkt NRW April 2016

Pressemitteilung von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle
Nr. 16 / 2016 – 28. April 2016

Ausbildungsmarkt NRW:
Mehr Engagement für Ausbildung nötig

Die Situation auf dem NRW-Ausbildungsmarkt bleibt unverändert kritisch. Von Oktober 2015 bis April 2016 hatten sich landesweit 109.207 junge Leute als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle bei den Agenturen für Arbeit gemeldet, 2.525 oder 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Wirtschaft und Verwaltungen boten im gleichen Zeitraum 91.070 Ausbildungsplätze an, 2.681 oder 3 Prozent mehr als im April 2015. Die Zahlen sind eindeutig: Es reicht nicht. Ein deutlich höheres Engagement ist mit Blick auf den zukünftigen Fachkräftebedarf unverzichtbar.

„Die Ergebnisse des Ausbildungsmarktes bleiben unbefriedigend. Trotz des demografisch bedingten Rückganges bei den Bewerbern und des Anstiegs bei den gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr bleibt es bei einem deutlichen Bewerberüberhang“, sagt Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Regionaldirektion am Donnerstag (28.04.) in Düsseldorf.

Neben dem zahlenmäßigen Missverhältnis von Angebot und Nachfrage sieht Schönefeld auch ein Ungleichgewicht zwischen den nachgefragten und angebotenen Ausbildungsstellen: „Von 2013 auf 2015 meldeten die Betriebe in NRW zwar rund 5.400 Ausbildungsplätze mehr, im Ergebnis lag die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in 2015 um 3.312 niedriger als 2013. Mit Blick auf die fünf Ausbildungsfelder mit den stärksten Zuwächsen in diesen beiden Jahren fällt auf, dass mehr gemeldete Ausbildungsplätze nicht auch mehr Ausbildungsverträge bedeuten. Für Ausbildungen im Verkauf, Lebensmittelverkauf, Arzthelferin, in der Logistik und der Fahrzeugtechnik wurden deutlich mehr Ausbildungsplätze gemeldet. Aber nur in den Logistikberufen wurden mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen.“

Es sei fraglich, so Schönefeld weiter, ob mit mehr angebotenen Ausbildungsstellen in diesen Berufen dem zukünftigen Fachkräftebedarf in NRW abgeholfen werden kann. Offensichtlich seien diese Berufe für die Bewerber, gerade denen mit höherwertigen Schulabschlüssen, wenig attraktiv. „Wenn dann Ausbildungsbetriebe an den hohen Anforderungen an die Azubis festhalten und die Stellen lieber unbesetzt lassen, als es mit einem Bewerber zu versuchen, der immerhin 90 Prozent des Anforderungsprofils abdeckt, kommen wir nicht voran“, so Schönefeld.

Die Aussage, dass geflüchtete Menschen die vermeintliche 'Lehrlingslücke´ schließen könnten, kann Schönefeld nicht nachvollziehen. Das Problem des Ausbildungsmarktes in NRW sei seit Jahren nicht der Mangel an Bewerbern.


Trotz weniger Bewerber und mehr Ausbildungsstellen bleibt NRW-Ausbildungsmarkt unverändert im Ungleichgewicht

Von den 109.207 Bewerberinnen und Bewerber, die sich seit Oktober 2015 gemeldet haben, gelten 54.320 als versorgt.
Davon haben 22.044 einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, 656 weniger als im April 2015,
10.930 entschieden sich für eine Ausbildungsalternative, 436 mehr als im Vorjahresmonat
und 21.346 (+ 37) haben sich nicht mehr bei der Berufsberatung gemeldet.
54.887 junge Leute suchen weiter einen Ausbildungsplatz, das sind 2.342 weniger als im April des vergangenen Jahres.

Von den 91.070 gemeldeten Ausbildungsstellen, 2.681 oder 3 Prozent mehr als vor einem Jahr, sind 89.743 betriebliche Ausbildungsplätze (+ 2.816) und 1.327 außerbetriebliche Ausbildungsplätze (-135). Ende April waren 47.049 Ausbildungsplätze noch nicht besetzt, im Vergleich zum Vorjahr waren das 847 oder 1,8 Prozent weniger.

Betrachtet man Angebot und Nachfrage insgesamt am Ausbildungsmarkt in NRW errechnet sich für den April ein Verhältnis von 1 Bewerber zu 0,83 Ausbildungsstellen. Das Verhältnis ist im Vergleich zum Vorjahr (1 zu 0,79) zwar etwas besser, hat sich gegenüber dem März aber wieder etwas verschlechtert.

Das Verhältnis zwischen noch suchenden Bewerbern und noch unbesetzten Ausbildungsstellen im April liegt bei 1 zu 0,86 und damit leicht über dem Vorjahresergebnis (1 zu 0,84).

Dreiviertel (74,4 Prozent) der Bewerberinnen und Bewerber haben einen Realschul- oder höherwertigen Abschluss. Damit ist die schulische Qualifikation der Bewerber im Vergleich zum Vorjahr (73,8 Prozent) weiter angestiegen. Der Zuwachs ergibt sich ausschließlich bei den Bewerbern mit Hochschulreife.


Regionale Unterschiede in NRW

Alle NRW-Regionen weisen gegenüber dem Vorjahr rückläufige Bewerberzahlen aus. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang im Münsterland (9.898; -780 oder -7,3 Prozent) und in Südwestfalen (8.647; -305 oder -3,4 Prozent). Das sind zugleich die beiden Regionen in NRW, in denen es einen Überhang an angebotenen Ausbildungsplätzen gibt. Hier ergeben gestiegenes Ausbildungsangebot und deutlich rückläufige Bewerberzahlen eine positive Bilanz. Im Münsterland errechnet sich eine Relation von 1 zu 1,04, in Südwestfalen von 1 zu 1,11.

In allen anderen Regionen ist das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage unverändert negativ. Im Ruhrgebiet steht die Relation mit 1 zu 0,70 unverändert am Ende der Skala, gefolgt vom Bergischen Land mit 1 zu 0,74. Über dem NRW-Durchschnitt liegen das Rheinland und Ostwestfalen-Lippe mit jeweils 1 zu 0,85.

Aber bei allen quantitativen Vergleichen müssen auch noch die Bewerberwünsche und die Erwartungen der Ausbildungsbetriebe in den jeweils angebotenen Berufen zusammenpassen.

 

Detaillierte statistische Daten und Grafiken können Sie hier abrufen."

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