Ausbildungsmarkt Iserlohn Oktober - Bilanz 2015

Pressemitteilung Nr. 114 / 2015 der Agentur für Arbeit Iserlohn vom 29. Oktober 2015:

"Bilanz des Ausbildungsjahres 2014/2015:


Besondere Herausforderungen für den MK: Nur vier von 30 Standorten in NRW mit Bewerbermarkt – der Märkische Kreis gehört dazu!

Märkischer Kreis. Die Agentur für Arbeit Iserlohn zieht gemeinsam mit ihren Ausbildungsmarktpartnern Bilanz zum Ausbildungsjahr 2014/ 15.

„Im Vergleich zu den vergangen Jahren hat sich die Situation deutlich zugunsten eines Bewerbermarktes gewendet. Mit Bilanz des Ausbildungsjahres 2014/15 ist dies gerade einmal an vier von 30 Agenturbezirken in Nordrhein-Westfalen der Fall. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz werden für suchende Bewerber grundsätzlich einfacher, wohingegen die heimische Wirtschaft mehr denn je angehalten ist, ihre Strategie der Nachwuchskräftegewinnung noch deutlicher zu hinterfragen und auf diese aktuellen Gegebenheiten hin anzupassen“, resümiert Karin Käppel das Beratungsjahr 2014/ 15. Sie führt fort: „Sehr positiv ist, dass die heimischen Unternehmen der Arbeitsagentur 3.290 Ausbildungsstellen gemeldet haben, was als neues Rekordhoch zu verzeichnen ist. Der Wille ist da – jedoch lässt sich deutlich anhand der hohen Zahl der noch unbesetzten Stellen erkennen, wie viele Arbeitgeber nicht den gewünschten beruflichen Nachwuchs finden konnten. Dies ist insbesondere im Bereich der Metallverarbeitung sowie im Handwerk der Fall. Beispielsweise wurden uns 85 Stellen im Bereich der Elektrotechnik gemeldet, während in dieser Berufsgruppe lediglich 24 Bewerber eine Ausbildung suchen. Und genau da gilt es weiter anzusetzen.“

Im Zeitraum Oktober 2014 bis September 2015 wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice insgesamt 3.290 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das waren 0,6 Prozent (+19 Stellen) mehr Stellenmeldungen als im vorherigen Beratungsjahr. Von diesen 3.290 gemeldeten Stellen sind 2.999 betriebliche Ausbildungsstellen.

3.172 Jugendliche standen der Vielzahl an Ausbildungsstellen im Beratungsjahr 2014/15 gegenüber. Diese haben sich seit Oktober 2014 an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Iserlohn gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden.
Insgesamt suchten damit 1,1 Prozent (-36 Personen) weniger als ein Jahr zuvor über die Agentur für Arbeit Iserlohn eine Ausbildungsstelle.

209 Jugendliche von den 3.290 gemeldeten Ausbildungsplatzbewerbern gelten davon zum Ausbildungsjahrende 2014/15 noch als „unversorgt“. Diesen unversorgten Bewerbern standen zum Ende des Beratungsjahres noch 191 Ausbildungsplätze gegenüber, die unbesetzt blieben.


Das Resümee der Ausbildungsmarktpartner sieht folgendermaßen aus:

„Die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Märkischen Kreis bestätigt die nach wie vor hohe Ausbildungsbereitschaft der heimischen Industrieunternehmen. Sorge bereitet mir auch in diesem Jahr die Feststellung, dass zu wenige Schulabgänger direkt eine betriebliche Berufsausbildung aufnehmen. Damit die Unternehmen ihren Fachkräftebedarf decken können, müssen künftig mehr Jugendliche in eine Berufsausbildung einsteigen. Eine kleine Stellschraube könnte hier die Vorbereitung von Flüchtlingen auf eine industrielle Ausbildung sein. Das ist jedoch keine leichte Aufgabe und erst recht kein Selbstläufer. Voraussetzung für eine gelungene Integration sind Sprachkurse, Qualifizierungsangebote und Integrationshilfen. Daran wird sich auch der Märkische Arbeitgeberverband über die eigene Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne beteiligen,“ erklärt Werner Sülberg, Geschäftsführer des Märkischen Arbeitgeberverbandes.


„Gerade vor dem Hintergrund der zurückgehenden Zahlen an Ausbildungsbewerbern ist unser Engagement für die betriebliche Ausbildung ungebrochen. Selbstverständlich ist daher auch die Beteiligung des Verbandes am Arbeitskreis Marketing für die betriebliche Ausbildung. In einem ersten Schritt wurde vornehmlich für das Thema Berufsfelderkundung geworben. Durch die Berufsfelderkundung soll Jugendlichen ein erster Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt gegeben und ihr Interesse an einer betrieblichen Ausbildung geweckt werden. Eine Vielzahl unserer Mitgliedsunternehmen hat sich daran beteiligt, um auf diese Weise Nachwuchs zu akquirieren“, stellt Christian Lepping, Geschäftsführer des Arbeitgeberverban-des der Metall- und Elektoindustrie e.V., fest.


„Gut ausgebildete Fachkräfte sind der Erfolgsgarant unserer märkischen Wirtschaftsregion. Insbesondere die duale Ausbildung im Handwerk bietet jungen Men-schen eine interessante berufliche Perspektive. Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten der Weiterqualifizierung und Karriere. Der Meisterbrief als Spitzenqualifikation des Handwerks ist einem akademischen Abschluss gleichwertig“, so Dirk H. Jedan, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis. Er führt fort: „Hochwertige und attraktive Aus- und Weiterbildung im Handwerk ist ein idealer Weg für eine sichere berufliche Zukunft.“


„Der wichtigste Weg zur Fachkräftesicherung in der Region ist die betriebliche Be-rufsausbildung. Zum Stichtag 30.09.2015 konnten im Kammerbezirk der SIHK zu Hagen 3.431 Ausbildungsverträge neu eingetragen werden. Davon entfielen 1.337 auf gewerbliche Berufsbilder und 2.094 gehören dem kaufmännischen Bereich an. Trotz eines leichten Rückgangs von 32 Ausbildungsverträgen konnte die Zielmarke von 3.400 neu einzutragenden Ausbildungsverträgen wie in den Vorjahren deutlich übertroffen werden. Dies spricht für die große Stabilität des heimischen Ausbildungsmarktes und dafür, dass die betriebliche Berufsausbildung bei den Schülerinnen und Schülern nicht an Strahlkraft verloren hat. Die vorzügliche Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen findet ihren Ausdruck darüber hinaus darin, dass im Rahmen der Endspurtaktion mehr als 100 noch unbesetzte freie Ausbildungsplätze für das laufende Jahr 2015 zur Verfügung gestellt wurden. Besonders positiv ist aus Sicht der SIHK, dass im Jahr 2015 über 100 neue Ausbildungsbetriebe gewonnen werden konnten. Die Unternehmen haben also abermals gezeigt, dass sie ihre Verantwortung sehr ernst nehmen und das im Ausbildungspakt gegebene Verspre-chen einhalten“, erklärt Thomas Haensel, Leiter des Geschäftsbereiches Berufliche Bildung der SIHK zu Hagen.


Jochen Marquardt, Geschäftsführer der DGB Region Ruhr Mark äußert: „Obwohl sich im Märkischen Kreis die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber und der angebotenen Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahr nicht signifikant geändert hat, ist die Lage am regionalen Ausbildungsmarkt im Ausbildungsjahr 2014/2015 kein Grund zur Untätigkeit. Der DGB erkennt die großen Anstrengungen der beteiligten Akteure an und bedankt sich bei allen, die zur vergleichsweise guten Situation beigetragen haben. Aber die realen Daten verweisen auch darauf, dass es noch viel zu tun gibt. Weiterhin müssen auch in diesem Jahr diejenigen Unternehmen und Betriebe in den Blick genommen werde, die ihrer Verantwortung zur Sicherung der künftigen Fachkräfte nicht nachkommen und auf andere Unternehmen abwälzen. Darüber hinaus ist es notwendig das Matching zwischen suchenden Jugendlichen und Betrieben weiter zu verbessern und die Ausbildungsangebote so zu organisieren, dass alle Jugendlichen eine reale Chance auf einen Beruf ihrer Wahl bekommen. Dazu sind auch weitere ausbildungsbegleitende Unterstützungsangebote für die Unternehmen wichtig. Die zentrale Aufgabe besteht allerdings darin die Zahl der Ausbildungsplätze im dualen System deutlich zu erhöhen und ein auswählfähiges Angebot zu schaffen. Dies gilt besonders bei einer zukünftig wieder steigenden Zahl von Bewerberinnen und Bewerbern, die im Rahmen des Zuzugs von Menschen aus Krisenländern weltweit zu erwarten ist. Wenn sich Unternehmen dieser Aufgabe nicht stellen, müssen andere Formen der verantwortlichen Beteiligung angegangen werden.“


Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis erklärt: „Im Ausbildungsjahr 2015/2015 konnten vom Jobcenter Märkischer Kreis 549 Jugendliche in eine betriebliche, außerbetriebliche oder schulische Ausbildung vermittelt werden. Erfreulich ist der Anstieg der Integrationen um 45 Jugendliche gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Aufgrund teilweise schwacher schulischer Leistungen der AusbildungstellenbewerberInnen waren aber bestimmte Ausbildungsbereiche aufgrund ihrer theoretischen Anforderungen an das Bildungsniveau der Jugendlichen von Vornherein für unsere Zielgruppe ausgeschlossen. Zudem sind die Bildungsbiografien bis dahin aufgrund familiärer und sozialer Bezüge häufig nicht geradlinig verlaufen. Diese beiden Faktoren hatten daher Auswirkungen auf die Ausbildungsplatzsuche. Die meisten BewerberInnen aus dem Bereich des Jobcenters haben erst kurz vor Ausbildungsbeginn einen Betrieb gefunden. Auf dem Weg dorthin hatten sie großen Unterstützungsbedarf bei der beruflichen Orientierung und dem damit verbundenem Abgleich der eigenen Leistungen mit den Anforderungen des Ausbildungsmarktes. Umso erfreulicher ist daher die höhere Zahl der Integrationen in Ausbildung.“


Karin Käppel erklärt abschließend: „Jahr für Jahr arbeiten wir Ausbildungsmarkt-partner - Arbeitsagentur, Jobcenter, SIHK und Handwerkskammer - im Rahmen der Nachvermittlungsaktion an dem gemeinsamen Ziel, für noch möglichst viele der Ausbildungsstellen suchenden Jugendlichen – aber auch Arbeitgeber - individuelle Lösungen zu finden. Auch über den September hinaus war in der Vergangenheit noch Einiges machbar – da lässt sich auch in diesem Jahr noch etwas machen.“
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Das neue Ausbildungsjahr hat bereits begonnen. Arbeitgeber als auch Bewerberinnen und Bewerber können folgende Kontaktdaten nutzen, um mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsagentur für die Ausbildungsstellenmeldungen sowie Terminierungen in der Berufsberatung in Kontakt zu kommen:

  • Ausbildungsbetriebe erreichen den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit Iserlohn und Jobcenter Märkischer Kreis kostenlos unter: Telefon: 0800/ 4 5555 20
  • Alle Bewerber für Ausbildungsstellen erreichen die Berufsberatung kostenlos unter: Telefon: 0800/ 4 5555 00

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